Bei Agrarrohstoffen gibt es einige einzigartige Herausforderungen, die sich auf ihre Preise und mögliche Renditen auswirken können. Ob Sie Mais-Futures handeln oder in einen ETF mit Bezug zu Sojabohnen investieren – es ist wichtig, dass Sie die wichtigsten Risiken für Ihre Anlage kennen und verstehen.
Tatsächlich können Faktoren wie das Wetter, die Geopolitik, Lieferketten, der verwendete Hebel und sogar marktpsychologische Überlegungen das Ergebnis Ihrer Strategie entscheidend beeinflussen.

Preisvolatilität
Die Preise von Agrarrohstoffen können extrem volatil sein, weil sie von vielen Faktoren beeinflusst werden können, wie Wetterereignissen – so z. B. von Dürren, Überschwemmungen, Orkanen, Tornados oder Frost, die Ernten vernichten oder Engpässe verursachen können.
Weitere Faktoren, die häufig zu Lieferketten-Störungen führen und somit die Preisvolatilität verstärken, sind Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Sogar saisonale Änderungen und frühe oder späte Ernten haben einen Einfluss auf die Preise. All diese Faktoren können plötzliche Preisschwankungen verursachen, die Händler/-innen überraschen können.
Beispiel:
Zwischen 2012 und 2014 kam es zum Beispiel bei den Kaffeepreisen zu erheblichen Volatilitätsphasen, die durch eine Reihe von Wetterereignissen und Krankheiten verursacht wurden.
In diesem Zeitraum hatte eine Pilzkrankheit, der Kaffeerost, große Auswirkungen auf die Kaffeebohnenernte und die Lieferketten in vielen mittelamerikanischen Ländern, einschließlich Honduras, Guatemala, El Salvador und Nicaragua. Dabei gingen schätzungsweise zwischen 15 und 40 % der Renditen verloren – je nach Land. Das führte unter anderem zu einem Anstieg der Kaffeepreise weltweit.

Um 2013 stieg die Produktion in Ländern wie Brasilien und Kolumbien dann so stark, dass die Preise wegen des Überangebots zunächst fielen – aber dann gleich wieder anzogen, als 2014 eine schwere Dürre in Brasilien Anlass zur Besorgnis gab.

Lieferketten
So kann jedes Glied der Lieferkette erheblichen Risiken ausgesetzt sein – von der Ernte und Lagerung über den Transport bis hin zur Zustellung. Wenn z. B. ein Hafen schließen muss oder Lager beschädigt werden, kann der Warenfluss unterbrochen werden. Solche Ereignisse können ebenfalls die Preise beeinflussen und die Kontraktabwicklung schwieriger oder teurer machen.
Geopolitik & Makroökonomie
Gleichzeitig sind die Marktteilnehmer auch geopolitischen und makroökonomischen Risiken ausgesetzt, darunter handelspolitischen Maßnahmen wie Zöllen, Exportverboten und Sanktionen. Diese können Angebot und Nachfrage über Nacht ändern.
Währungsrisiko
Zudem gibt es das Währungsrisiko. Denn Währungsschwankungen können die Wettbewerbsfähigkeit der Preise von US-Rohstoffen im Ausland beeinflussen (Agrarrohstoffe werden weltweit in US-Dollar bepreist). Weitere Risiken sind Zinsänderungen und allgemeine Inflationstrends, die auch Einfluss auf die Rohstoffmärkte haben, zumeist durch Änderungen des Anlageverhaltens und des Kapitalflusses.
Globale Konflikte, politische Instabilität, Regierungspolitik
Globale Konflikte oder politische Instabilität in wichtigen Produktions- und Importländern können die Märkte zum Beben bringen.
Beispiel:
Ungefähr im Februar 2023 begann die Regierung der Côte d’Ivoire stärker in die Kakao-Märkte einzugreifen, indem sie mehreren großen Händlern den Kauf des Rohstoffs verbot. Das Ziel dabei war, dessen Verfügbarkeit für die Firmen im eigenen Land zu sichern.
Da die Côte d’Ivoire die weltweit größte Konzentration von Kakao aufweist, schürten die Maßnahmen der Regierung Sorgen vor möglichen Engpässen, da bestimmte internationale Konzerne wie Cargill praktisch keinen Zugriff mehr auf das Angebot des Landes hatten.

Hebelrisiko
Wichtig zu beachten ist: Beim Handel mit Futures kommt ein Hebel zur Anwendung, der sowohl Gewinne als auch Verluste vervielfachen kann. Selbst eine kleine Bewegung in die falsche Richtung kann eine Nachschussforderung auslösen, sodass Sie Geld nachschießen oder Ihre Position liquideren müssen. An dynamischen Märkten kann so etwas sehr schnell passieren – insbesondere dann, wenn Sie übermäßig mit Fremdmitteln handeln oder keine Tools zur Risikobegrenzung anwenden, wie Stop-Loss-Orders. Daher müssen Sie Ihre Risikotoleranz kennen und verstehen, wie viel Kapital Sie riskieren.
Marktstimmung/Spekulation
Auch die Stimmung an den Märkten kann Risiken mit sich bringen. Sie wird beeinflusst durch Schlagzeilen, soziale Medien oder die Positionierung von Instituten, die alle irrationale Preissprünge auslösen können.
So könnten Gerüchte über eine schlechte Kaffee-Ernte in Brasilien zu einem Preisanstieg führen – selbst ohne offizielle Bestätigung. Oder Spekulanten, die vermehrt Weizen oder Soja kaufen, könnten kurzfristige Preisblasen erzeugen, die nicht auf Tatsachen beruhen. Die so entstehenden Risiken betreffen alle, die Positionen halten, während solche Spekulationen oder Börsenhypes auftreten.
Offenes Interesse
Wer Marktsignale interpretieren möchte, kann das offene Interesse betrachten – also die Gesamtanzahl der ausstehenden Futureskontrakte bzw. die Anzahl der aktiven Positionen am Markt (sowohl Long- als auch Short-Positionen). Wir haben das offene Interesse bereits in der Lektion zu Futureskontrakten kurz erwähnt: Da hatten wir gesagt, dass man für Handels- und Anlageentscheidungen diese Tabelle zurate ziehen kann, um die Liquidität einzuschätzen und dann – in Kombination mit Preisbewegungen – daraus Schlüsse auf bullische oder bärische Markttrends ziehen könnte.
So können beispielsweise steigende Preise in Verbindung mit einem zunehmenden offenen Interesse bedeuten, dass neues Geld in den Markt fließt. Dagegen könnten fallende Preise und ein zunehmendes offenes Interesse bedeuten, dass neue Short-Positionen eröffnet werden. Sinkt das offene Interesse, könnte das darauf hindeuten, dass ein Trend abflacht, da die Händler/-innen ihre Positionen schließen.
Das offene Interesse wird in der Praxis häufig zusammen mit dem Preis und dem Volumen betrachtet, um technische Analysen anzustellen oder Hedging-Entscheidungen zu treffen – insbesondere bei Rohstoff- und Finanz-Futures.
Wenn bei Mais-Futures beispielsweise die Preise steigen und das offene Interesse zunimmt, könnte das bedeuten, dass neue Käufer auf den Markt drängen – ein Zeichen für einen gesunden Aufwärtstrend. Aber wenn die Preise steigen und das offene Interesse sinkt, könnte das darauf hindeuten, dass die Händler/-innen ihre Short-Positionen durch Käufe ausgleichen. Damit wäre kein echter Kaufdruck gegeben.
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