In der letzten Lektion hatte ich bereits erwähnt, dass man zu Trading- und Anlagezwecken Futureskontrakte nutzen kann, um Transaktionen mit diesen Rohstoffen am Chicago Board of Trade (CBOT) durchzuführen, das zur Chicago Mercantile Exchange (CME Group) gehört. Außerdem werden diese Kontrakte an der ICE Futures U.S. gehandelt.

Jetzt wollen wir uns diese Kontrakte etwas genauer ansehen, um mehr über ihren Hintergrund, ihre Funktionsweise und ihre Bedeutung zu erfahren und einige der zentralen Aspekte kennenzulernen, auf die man achten sollte, wenn man diese Produkte handeln oder darin investieren möchte.
Historischer Abriss
Futureskontrakte auf Agrarrohstoffe werden in den USA schon seit mehr als 150 Jahren gehandelt und seit den 1920er Jahren auf Bundesebene reguliert – und zwar von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die 1974 im Rahmen des „Commodity Futures Trading Commission Act“ gegründet wurde.
Grundlagen der Kontrakte
Im Prinzip ist ein Futureskontrakt eine rechtliche Vereinbarung darüber, dass man einen bestimmten Rohstoff zu einem vorab festgelegten Preis an einem zukünftigen Termin kaufen oder verkaufen wird. Diese Kontrakte sind standardisiert und werden, wie bereits erwähnt, an Terminbörsen wie der CME Group und der Intercontinental Exchange (ICE) gehandelt.

Nehmen wir als Beispiel an, dass ein Maisbauer einen guten Preis für die Ernte in 6 Monaten festsetzen will. Dazu kann er einen Futureskontrakt zum heutigen Preis verkaufen und sich so vor dem Risiko fallender Preise schützen. Dagegen könnte ein Müslihersteller einen Maiskontrakt kaufen, um sich gegen steigende Preise in der Zukunft abzusichern.
Man kann solche Kontrakte von 2 Seiten betrachten, wobei jede Seite andere Interessen daran hat. Die eine Seite will sich absichern – z. B. Bauern und Lebensmittelhersteller, die ihre Risiken reduzieren wollen. Und die andere Seite spekuliert auf Preisänderungen, um durch Handels- oder Anlagegeschäfte Gewinne zu erzielen.
Kontraktbestandteile
Was die Futureskontrakte selbst angeht, gibt es einige wichtige Aspekte, die wir uns anschauen sollten:
Zunächst umfasst jeder Kontrakt eine bestimmte Größe oder Menge des Rohstoffs, der gekauft oder verkauft werden soll. So umfasst ein standardmäßiger Mais-Futureskontrakt an der CME 5.000 Scheffel Mais.
Der Kontrakt hat auch einen Verfallstermin – das ist der Monat der „Lieferung“, in dem er an einem bestimmten Tag verfällt. Der Termin hängt meist mit den Ernte- oder Jahreszeiten zusammen. Um solche Handels- und Anlagepositionen entsprechend zu planen, muss man wissen, wann ein Kontrakt verfällt. Die Liefermonate für Mais sind beispielsweise März, Mai, Juli, September und Dezember.

Zu den Preisen von Futures kann man sagen, dass sie ständig schwanken – und zwar je nach Angebot und Nachfrage am Markt. Zudem werden sie beeinflusst durch Wetterbedingungen, weltweite Handelsaktivitäten und weitere Faktoren, die wir in der letzten Lektion bereits am Beispiel von Kaffee-Futures erläutert hatten.
Futureskontrakte können auch eine „Tickgröße“ angeben. Das ist die kleinste Preisänderung, die bei dem jeweiligen Kontrakt möglich ist, wobei ein Tick einem bestimmten Dollarwert entspricht.
Bei Mais-Futures entspricht ein Tick in der Regel einem Viertel Cent pro Scheffel, also 12,50 USD pro Kontrakt, da jeder Kontrakt 5.000 Scheffel umfasst.
Futureskontrakte sollten auch die Marginanforderungen angeben, die für das Geschäft gelten. Dabei handelt es sich um den Geldbetrag, den Markteilnehmer hinterlegen müssen, um eine Futures-Position zu eröffnen bzw. zu halten. Marginanforderungen helfen, Risiken zu mindern, aber variieren auch je nach Volatilität.
Die Abwicklung ist ein weiterer wichtiger Aspekt bei Futureskontrakten. So kann die Lieferung physisch erfolgen, d. h. der Rohstoff wird tatsächlich übergeben. Oder die Abwicklung erfolgt rein rechnerisch, d. h. die Bardifferenz wird an die Händler/-innen oder Anleger/-innen ausgezahlt. Bei Spekulationsgeschäften ist es daher üblich, die Kontrakte vor der Lieferung zu schließen, um eine physische Lieferung zu vermeiden.
Um dies zu veranschaulichen, werfen wir einen genaueren Blick auf den Mais-Futures-Kontrakt der CME:

In der Abbildung oben sehen Sie
- die Einheit des Kontrakts,
- die Preisnotierung,
- die Handelszeiten,
- die Mindeständerung des Preises als Tickgröße und Wert,
- das Produktkürzel,
- gelistete Kontrakte und Liefermonate,
- die Abwicklungsmethode,
- verschiedene Handels- und Abwicklungsregeln des Markts
- und mehr.
Auf der Website der CME Group finden Sie zu diesem Kontrakt auch noch mehr relevante Produkt- und Handelsinformationen, wie z. B. eine Handelsvolumen-Übersicht, Berichte, Kommentare und mehr. Zudem gibt es Tabellen mit Notierungen, Marginanforderungen, Abwicklungen, dem offenen Interesse sowie einen Handelskalender.
Warum sollte ich die Kontraktdetails kennen?
Für Ihre Handels- und Anlagestrategie ist es entscheidend, dass Sie die Bestandteile der Kontrakte verstehen. Wenn Sie z. B. Weizen handeln, aber den Verfallstermin nicht kennen, können Sie in die Lage kommen, den Rohstoff liefern zu müssen. Oder wenn Sie die Marginanforderungen nicht im Auge behalten, kann ein volatiler Markt dazu führen, dass Ihr Depot liquidiert werden muss.
Einige Kontrakte können saisonalen Mustern folgen oder unterschiedlich auf Wetter- und geopolitische Ereignisse reagieren. Ein Sojakontrakt mit Verfall im Juli kann sich z. B. ganz anders verhalten als einer mit Verfall im November.
Und vergessen Sie nicht: Nur weil ein Kontrakt gelistet ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass er liquide genug ist für den Handel. Um Anlage- und Handelsgeschäfte effizienter zu gestalten, könnten Sie sich auf Kontrakte mit großen Handelsvolumen konzentrieren, die ggf. weniger riskant sein können.
Kurz gesagt: Agrarrohstoffe sind wichtig für das Risikomanagement und für spekulative Strategien. Wer die Struktur und die Einzelheiten dieser Kontrakte versteht, kann schneller fundierte Entscheidungen treffen.
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